Präsidentengarde in Bogota
Garde des Präsidentenpalast Bogota (foto by ChapoleraTours)

Kolumbien - Zum Thema Sicherheit im Land



Ein Thema, was uns sehr am Herzen liegt.

  • A: Weil es nach wie vor Grund für klischeebedingte, oberflächliche Spekulationen ist.
  • B: Weil es manche dann doch besser reden, als es teilweise wirklich ist.

Das negative und zweifelhafte Image Kolumbiens wurde in den europäischen Medien nachhaltig in den 1980/90er Jahren geprägt und bestimmt deren Sichtweisen größtenteils noch heute, obwohl sie inzwischen für weite Teile des Landes eher Klischee als Realität darstellen. Dazu passend berichten uns immer wieder Gäste, dass sie sich in Kolumbien weitaus sicherer fühlen, als in den meisten anderen südamerikanischen Ländern.

 

Und in der Tat - die Sicherheitslage hat sich insbesondere in den zurückliegenden 10 bis 15 Jahren enorm verbessert und stabilisiert. Die bevölkerungsdichten Gebiete rings um Bogota, entlang des Andengürtels von Cartagena über Medellin, die Kaffeezone bis hinunter nach Cali und weiter bis nach Pasto und Ipiales sowie das Gros der Karibik- Küste kann man für Touristen als sicher bis sehr sicher bezeichnen - und damit die wichtigsten Reise- Regionen des Landes.

Auch Reisen über Land in diesen Regionen, vor Jahren noch unkalkulierbares Risiko, sind für Touristen und Backpacker heute absolut problemlos möglich.

 

Woran man sich als Europäer aber vielleicht erst gewöhnen muss:

Militär, Sicherheitspersonal und Polizei gehören zum Straßenbild dazu und häufig sind auch Straßen- Kontrollen bei Überland- Fahrten. Das mag im ersten Moment etwas befremdlich erscheinen, erhöht aber im Allgemeinen das Gefühl an Sicherheit, zumal man besonders Ausländern gegenüber ausgesprochen freundlich eingestellt ist.

 

Wenngleich man auch hier unterscheiden muss, in welcher Region man sich aufhält. Läuft beispielsweise in der Kaffeezone alles sehr gesittet, äußerst freundlich, sauber und korrekt ab, so ist vor allem an der Karibik- Küste korruptes Polizei- oder Militär- Personal leider nachwievor kein Seltenheits- Fall.

 

Die Stadtzentren kann man als vorwiegend sicher bezeichnen, wobei man jedoch bei längeren Fußwegen zu später Uhrzeit in jedem Fall ein Taxi vorziehen sollte. Man weiß schließlich nie.... Und wie in allen Großstädten weltweit, so gibt es auch hier Bezirke und Viertel, die man (je nach Tageszeit) besser meiden oder wo man sich an gewisse Empfehlungen und Regeln halten sollte. Einsame, stadtnahe Hügel sollten ebenfalls gemieden werden.

 

Je nach Region gibt es nachwievor noch viel Armut im Land, und Armut bedeutet auch immer ein bisschen Neid. Alles in allem kann man die Kolumbianer als äußerst anständiges und ehrliches Volk insbesondere gegenüber Ausländern bezeichnen, besonders im Inland. Ein liegengelassener Rucksack im Bus? Die Chancen dürften überdurchschnittlich gut stehen, dass er von besorgten Einheimischen irgendwo abgebeben wurde, damit er seinem ausländischen Besitzer wieder zukommt. Wer aber allzu deutlich mit seinem Reichtum prahlt, der darf sich auch nicht wundern, wenn....

Bescheidenheit ist also auch in Kolumbien durchaus eine gute Tugend. :-)

 

Trotz der viele positiven Seiten und Entwicklungen, noch ist Kolumbien aber nicht endgültig am Ziel seiner Träume angekommen. So gibt es immer noch Gebiete in dünnbesiedelten Regionen und entlang der Grenzen zu Venezuela und Ecuador, die von Korruption, Guerilla, Paramilitär und vom Drogenanbau diktiert werden und in denen es nach wie vor auch zu kämpferischen Auseinandersetzungen mit staatlichen Regierungstruppen kommt. Auch der äußerste Westen (Grenze zu Panama) sowie der äußerste Osten (Alta Guajira) der Karibik- Küste können zuweilen kritisch sein.

 

Diese Regionen wird der normalsterbliche Reisende aber nicht tangieren (müssen), denn die touristisch interessanten Ziele befinden sich allesamt in insgesamt sicheren Regionen. Und nicht zu vergessen, Kolumbien ist groß (größer als Deutschland, Frankreich, Schweiz, Österreich, Belgien und Holland zusammen) und so nimmt das Gros der kolumbianischen Bevölkerung (ca. 85-90%) diese Konflikte heute allenfalls noch in den abendlichen TV- Nachrichten wahr.

 

Als Besucher muss man jedenfalls nicht jeden Zipfel des Landes besucht haben, um sich von Kolumbien faszinieren und begeistern zu lassen.


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